Lexikoneintrag · gesellschaftliche Sprache

Staatssimulation, eine

Eine abwertende oder skeptische Bezeichnung für ein politisches Gemeinwesen, dem jemand nur eingeschränkte staatliche Handlungsfähigkeit oder Legitimität zuschreibt.

Notizen und Bücher zu Politik und Gesellschaft
Wortgebrauch„eine Staatssimulation“

Der Ausdruck stellt die Funktionsweise eines Staates polemisch infrage.

Bedeutung

Was meint „Staatssimulation, eine“?

Mit „Staatssimulation“ wird ein Staat oder eine staatliche Ordnung bezeichnet, die nach Ansicht der sprechenden Person nur den äußeren Anschein staatlicher Strukturen besitzt. Gemeint sein können Zweifel an Institutionen, Entscheidungen, Verwaltung oder politischer Selbstständigkeit.

Hinweis zum Ton

Der Ausdruck ist keine neutrale staatsrechtliche Kategorie. Er wird meist polemisch, ironisch oder als politische Kritik verwendet. In sachlichen Texten sollte deshalb genauer benannt werden, welche konkrete Funktion oder Entscheidung kritisiert wird.

Sprache einordnen

Nicht jede politische Zuspitzung ist eine Definition.

Bei wertenden Ausdrücken hilft es, Bedeutung, Ton und konkreten Bezug getrennt zu betrachten.

01

Wortlaut erkennen

„Staatssimulation“ klingt nach einer Aussage über die Qualität staatlicher Strukturen.

02

Bewertung markieren

Die Wendung enthält gewöhnlich Skepsis oder Ablehnung und ist nicht neutral.

03

Bezug prüfen

Für das Verständnis ist wichtig, ob Institutionen, Politik, Verwaltung oder Souveränität gemeint sind.

04

Präziser formulieren

Eine sachliche Umschreibung kann die konkrete Kritik sichtbar machen, ohne die Zuspitzung zu übernehmen.